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Laudationes Platz 1 Anke Laufer: Ungelöst „Ungelöst“ ist ein Kurzkrimi der Superlative – und das nicht nur, weil das Opfer zwei Mal getötet und vier Mal begraben wird. Gekonnt jongliert Anke Laufer mit Personal und Sprache, mit Dichtung und Wahrheit. Mit viel schwarzem Humor wagt ihr allwissender Erzähler den Blick in die Zukunft und entlarvt mehr als einmal Tatsachen. Auch der Plot ist raffiniert: Beide Fälle sind so miteinander verwoben, dass der eine jeweils die Auflösung des anderen verhindert. Anke Laufer ist mit „Ungelöst“ ein Meisterwerk gelungen: So schrecklich die Erkenntnis, dass viele Mordfälle letztlich ungelöst bleiben werden, so wunderbar dieses Leseerlebnis! Platz 2 Nele Peerenboom: Der blinde Fleck Um eine Freundschaft, die bis in den Tod hinein währt, geht es in Nele Peerenbooms eindrucksvollem Beitrag. Was mit einem harmlosen Kinderspiel beginnt, endet tödlich. Aus einer imaginären Waffe wird eine Pistole, aus Ketchup Blut. Doch die Freundschaft bleibt. Einprägsame Bilder und eine fast schon impressionistische Erzählweise zeichnen diese Geschichte aus. Daneben gelingt der Autorin etwas Seltenes: Obwohl der Leser den Täter von Beginn an kennt, gestaltet sich der Weg bis zur Klärung der Motivation und des Tathergangs äußerst spannend. Am Ende steht eine deutliche Warnung, die Macht der Gefühle nie zu unterschätzen. Platz 3 Thomas Kiehl: Sudoku-Man Hilberath ist New York - nur ohne Wolkenkratzer, Autos, Menschen, große Straßen und Freiheitsstatue. Das muss die Protagonistin in Thomas Kiehls Kriminalgeschichte jeden Tag aufs Neue leidvoll feststellen. Doch genau die Ruhe und Abgeschiedenheit der Eifel, die ihr so verhasst ist, zieht andere magisch an. Nicht nur Licht - auch Schatten. Eine originelle Perspektivwahl und gelungene Figurenpsychologie lassen uns die Welt mit den Augen einer frustrierten Kellnerin sehen. Diese wächst einem schnell ans Herz, denn sie ist trotz aller Naivität erstaunlich weise, trotz aller Ruppigkeit sensibel, trotz aller Abgeklärtheit voller Träume. Und so freut man sich mit ihr, wenn sie in einer fulminanten Schlusspointe die Möglichkeit zum Aufbruch erhält.
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